Reise zu den Schilfgewächsen und der Maus
Ich bin erschöpft seit längerem.
"Ein
Schilfgewächs kommt. Wächst in feuchter Erde. ... Eine Maus
ist auch da. Sie schaut mich ganz direkt an. Wir kennen uns gut.
Es ist eine ganz alte Beziehung, eine vertraute. Das Schilf kenn ich
auch sehr gut. Ich spür, dass an diesem Ort die Bewegung am Boden
stattfindet. Die Maus kann sich ganz wendig am Boden bewegen. Das
Schilf wächst ganz fein nach oben.
Das ist genau richtig so.
Ich
brauch eigentlich nur da sein. Die Maus kümmert sich um alles und
ist ganz aufmerksam mir gegenüber. Ich sag ihr, dass ich das hier
gut kenne. Ein Ort an dem nicht viel passiert und ich keine Fragen
habe. Ich will wissen ob sie Fragen hat. Sie hat schon viele Fragen und
fragt auch ganz viel. Ist mit vielen Menschen in Kontakt. Sie reist
gerne um die ganze Welt. Ihre Welt, ihr Leben sind bunt. Ich kenn nur
hier diese Seite im Schilf aus ihrem Leben.
Sie lädt mich ein mit ihr zu kommen. Das will ich gern.
Schon
ist ein bunt geschmückter Elefant da. Die stärksten Farben
sind das Blau und das Gold. Elefant und Maus sind gute Freunde. Wir
gehen nebeneinander. Das hätt ich nicht erwartet. Hab erwartet
dass der Elefant uns auf seinen Rücken nimmt. Stattdessen gehen
wir aber auf unseren eigenen Füßen und fühlen uns total
wohl. Der Elefant ist riesig und bunt eine ganz eigene Welt. Die Maus
ist ganz klein und am Boden eine eigene Welt. Und ich bin
überhaupt ein Mensch, wieder eine eigene Welt. Trotzdem sind wir
ganz das Gleiche. Ein Herz und eine Seele.
Wir kommen zu
einem Känguru. Das fühlt sich seltsam an. Wenn ich genauer
hinseh ist da ein Pferdekopf, den sie wie eine Perücke am Kopf
trägt. Hinter dem Känguru ist eine ganzes Volk von
Kängurus. Und ich hab das Gefühl es versperrt uns den Weg.
Wir sollen nicht weitergehen spür ich.
Das Känguru
sagt aber: schau und spür genau. Das ist kein Verbot. Es ist
einfach ganz langsam bei uns. Du kannst nur weitergehen wenn du noch
langsamer bist.
Die Sonne scheint grell. Der Boden ist karg. Gebüsch wächst hier.
...
Ich bin jetzt in der grellen Sonne und spüre wieder diese
Magenschmerzen. Ich bin durch das grelle Licht abgetrennt von den
anderen. Ich frag' die Maus und den Elefanten ob sie diese grelle Welt
kennen. Sie sind beide traurig und sagen, dass sie die grelle Welt
kennen. ...
Die Maus und der Elefant sagen dass es ganz richtig
ist wenn Wasser und Licht sich verbinden. Wenn du ins Licht eintauchst,
dann lass dich auch vom Wasser überschwemmen. ...
Ganz
schön viel Aufregung ist da in meinem Bauch. Ich brauch nix tun,
sagen sie. Wenn du Schnelligkeit brauchst ist das Licht da. Du braucht
dich nur eintauchen lassen. Wenn du Ruhe brauchst ist das Wasser da. Du
brauchst dich nur überschwemmen lassen. Das passiert einfach alles
Innen und ohne mein Zutun. Und sie geben mir auch zu verstehen dass es
völlig reicht einfach bei mir zu sein. Ich brauch' keine Impulse
zu setzen im Außen. Es geht jetzt einfach nur um meine Quelle,
dass ich bei meiner Quelle bin.
Und wie ich das sag bin ich im Land meiner Arbeit, wo die Bäuerin im Freien beim Feuer Suppe in einem riesigen Topf kocht.
Wir reden nicht mit Worten ... Wir brauchen uns nichteinmal anschauen dafür. Wir verstehen uns ganz genau. ...
Jetzt
hab ich eine Lust auf diese Suppe. Und nehm mir einen Schöpfer
voll. Mmm. Die ist ur lecker. Ganz kräftigend und
süß und pikant zugleich. Ich verstehe dass die Suppe immer
aus dem besteht, was eine grad braucht und worauf sie grad Lust hat.
Und es ist nicht nur Suppe. Alles kommt raus. Desserts. Spaghetti.
... Jetzt ist mir nicht mehr im Magen schlecht ... Jetzt bin ich frei zu gehen.
Alle freuen sich, dass ich da bin und dass ich gehen kann.
Und ich freu mich sie wiederzusehen!"
Imaginationsreise 2005 - Auszug mit Genehmigung der Reisenden veröffentlicht